Bonhoeffer - Gedenken im Kirchenkreis Regensburg

Zum 70. Todestag des protestantischen Märtyrers gibt es etliche Veranstaltungen

Einen Monat vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Dietrich Bonhoeffer in Flossenbürg hingerichtet. Sein letzter Transport führte über Stationen, die im heutigen Regensburger Kirchenkreis liegen. Deshalb wird an verschiedenen Orten des großen Theologen und Märtyrers anlässlich seines 70. Todestages am 9. April 1945 gedacht.

In Neumarkt wurde bereits am 7. Februar ein Theaterstück unter dem Titel „Brautbriefe“ gegeben. In Ingolstadt kommt es am 22. April um 19.30 im Gemeindezentrum St. Paulus unter dem Titel „Brautbriefe Zelle 92“ zu einem Vortrag von Pfarrer Christoph Schürmann. Außerdem findet in St. Matthäus am 3. Mai um 11 Uhr ein Gedenk-Gottesdienst statt. In Mainburg gibt es einen solchen Gottesdienst bereits am 15. März.

In Landshut informieren am 9. April um 19.30 Uhr im Evangelischen Ge-meindehaus Pfarrerin Nina Lubomierski und Bernd Heinze vom Evangelischen Bildungswerk über den Menschen Bonhoeffer und seine Bedeutung heute. Im Gemeindehaus der Erlöserkirche gibt es am 16. April um 19 Informationen zu Bonhoeffer von Pfarrerin Christine von Hofacker und im Anschluss den Film „Die letzte Stufe“, in dem Ulrich Tukur den Widerstandskämpfer verkörpert, mit anschließendem Gespräch.  Bernd Heinze leitet am 22. April zudem eine Tagesfahrt in die KZ-Gedenkstätte nach Flossenbürg (Abfahrt am Bahnhof um 9 Uhr, Anmeldung erforderlich).

In Flossenbürg gibt es vom 8. bis zum 11. April eine Bonhoeffer-Jugend-Begegnung. Sodann findet am 12. April ein Gottesdienst mit Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm statt. Vom 24. bis 26. April gibt es hier ein Überlebenden-Treffen. Am späten Vormittag des 26. April ist dort auch ein Gedenkgottesdienst mit Regionalbischof Hans-Martin Weiss geplant. Des Weiteren findet vom 9. auf den 10. Mai ein „Bonhoeffer-Gedenkwochenende“ statt – mit Führungen, einem  wissenschaftlichen Vortrag, einem Liedoratorium und einer Bonhoeffer-Matinée.

In Schönberg, wo Bonhoeffer die letzten Lebenstage gefangen war, wird am 12. Juni um 13.30 Uhr noch ein Gottesdienst in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche mit Landesbischof Bedford-Strohm gefeiert. In Gaimersheim schließlich gibt es am 16. Juni um 20 Uhr im Gemeindezentrum St. Paulus ein Nachdenken und Beten mit Worten von Bonhoeffer unter der Leitung von Pfarrer Ulrich Eckert.

Regionalbischof für sorgfältigen Umgang mit Kirchenasyl

Regensburg. Der evangelische Regionalbischof im Kirchenkreis Regensburg, Dr. Hans-Martin Weiss (57), kritisiert eine manchmal voreilige Bereitschaft, das Instrument des Kirchenasyls in Anspruch zu nehmen. Die wertvolle Möglichkeit, in einer Kirche Asyl zu erbitten oder zu gewähren, sollte im Rahmen unseres Rechts­staates eher die Ausnahme bleiben. Gerade auf der Basis konstruktiver Kooperation mit staatlichen Stellen könne es dann in der Regel leichter gelingen, dass hilfreiche Spielräume genutzt werden. Es gebe einzelne Fälle, in denen Kirchenasyl sinnvoll zum Einsatz komme.

Der Regensburger Regionalbischof äußerte sich im Rahmen eines Treffens zwischen den Migrationsbeauftragten seines Kirchenkreises und den zuständigen Beauftragten für Migration des entsprechenden Gebietes, angeführt von Jens Herwig, dem Regionalkoordinator Integration vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Die Runde war sich einig darüber, dass insbesondere die Integration von sogenannten Spätaussiedlern aus Russland eine bleibende Herausforderung darstelle. Integrationsarbeit könne nur gelingen, wenn Offenheit dafür sowohl auf Seiten von Eingewanderten als auch auf Seiten der Gesellschaft im Sinne einer Willkommenskultur bestehe.

Im Übrigen freue man sich über viel Bereitschaft zu hilfreichem Engagement in den Kirchengemeinden, doch müsse immer wieder deutlich sein, dass meist nicht ohne entsprechendes Sachwissen agiert werden könne. Die Runde will sich künftig einmal jährlich zusammensetzen, um die Zusammenarbeit zwischen den kirchlichen und den regionalen Beauftragten für Migration und Flüchtlingsarbeit zu stärken.

MZ-Interview mit Regionalbischof Dr. Weiss

Am 29. März 2014 erschien in der Mittelbayerischen Zeitung auf Seite 2 ein ganzseitiges Interview mit Regionalbischof Dr. Weiss anlässlich seines zehnjährigen Amtsjubiläums in Regensburg. Die Oberpfalz und Niederbayern sind seiner Wahrnehmung zufolge zu einer evangelischen Gegend geworden, in die man gerne geht. Das mache auch der von ihm inspirierte Film über den Kirchenkreis deutlich (s.u.).

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