Zur Region

Iller, Lech, Isar, Inn
fließen rechts zur Donau hin
Altmühl, Naab und Regen
fließen links entgegen.

So haben viele in der Schule die Nebenflüsse der Donau gelernt. Der längste Strom Europas ist auch ein Gliederungs- und Gestaltungsmerkmal des Kirchenkreises Regensburg. Von Neuburg an der Donau bis zur österreichischen Grenze hinter Passau durchkreuzt sie drei der acht Dekanatsbezirke. Fünf ihrer sieben größeren Nebenflüsse durchfließen ganz oder teilweise das Gebiet von Niederbayern und Oberpfalz. Von der europäischen Wasserscheide an liegt auch der Rhein-Main-Donau-Kanal auf unserem Gebiet.

Wasser, Wald und Wirtschaft - diese drei großen "W" prägen den Kulturraum zwischen Tirschenreuth und Landshut, zwischen Neuburg und Passau.

 

Wasser - Quelle der Gesundheit

Römer haben unseren Donauraum geprägtSchon die alten Römer haben gemerkt, dass man in Niederbayern an manchen Stellen ein besonderes Wasser findet: Schwefel- oder kohlensäurehaltig, besonders warm und für manche Krankheiten besonders lindernd.

Bad Füssing, Bad Griesbach, Bad Abbach, aber auch Bad Gögging und Sibyllenbad: Viele kranke Menschen erinnern sich bei diesen Namen an Schmerzlinderung oder Heilung. Bad Füssing etwa ist mit über 3 Millionen Übernachtungen pro Jahr eines der größten Heilbäder Europas. Das schwefelhaltige Wasser und natürlich die hochspezialisierte Behandlung von Ärzten, Krankengymnasten und Pflegepersonal in Bad Abbach bei Regensburg lindert die Schmerzen unzähliger Rheumakranker aus ganz Deutschland.

Dass Wasser aber nicht nur lebensfördernd sein kann, sondern auch sehr bedrohlich, wissen die Menschen links und rechts der Donau genauso gut. Bis in die jüngste Zeit ist die Donau einerseits wichtige Verkehrsstraße, kann aber auch ganze Regionen überschwemmen und monate- und jahrelange Aufbauarbeit zunichte machen. Mit immer höheren Dämmen haben die Menschen versucht, dem Fluss noch mehr Land abzutrotzen. Doch die Gewalt des Wassers lässt sich nicht endgültig bändigen. Im Kloster Niederaltaich gestalten deswegen katholische und evangelische Christen regelmäßig ein ökumenisches Donaugebet. Sie wissen seit alters her etwas von der lebenserhaltenden und der lebensbedrohenden Kraft des Wassers. Ehrfurcht verbindet sich mit dem Kampf um eine Erhaltung der Donau als fließendes Gewässer.

 

Wirtschaft - lebendig, zukunftsorientiert, offen nach Osteuropa

Die Donau ist eine wichtige VerkehrsaderEntlang der Donau haben sich vor allem in der letzten Generation eine ganze Reihe großer, aber auch aufstrebender junger Firmen angesiedelt. Sie geben mittlerweile vielen tausend Menschen Arbeit, die früher weit aus der Region pendeln mussten, um überhaupt ihre Familien ernähren zu können. Die Petrochemie und AUDI in Ingolstadt gehören schon zu den etablierten Firmen, ebenso wie Siemens und BMW in Regensburg und Dingolfing. Aber auch High-Tech-Firmen wie Infineon oder Jumptec haben ihren Sitz oder bedeutende Werke diesseits und jenseits der Donau. Dass in Ostbayern Dutzende von Brauereien und der dazu "passende" Getränkeabfüllanlagenbauer KRONES beheimatet sind, verwundert allenfalls den Unkundigen.

Auch die mittelständische Industrie, Handel und Dienstleistungen und insbesondere Hotel- und Gaststättengewerbe, das Handwerk oder die Landwirtschaft finden hier zwar nicht gerade goldenen, aber doch fruchtbaren Boden. So ist aus dem ehemaligen "Armenhaus Deutschlands" über die Jahre eine lebendige Region geworden.

 

Wald - zweite Heimat für Urlauber, Wanderer, Touristen

Vom Oberpfälzer Wald bis zum Dreisessel erstreckt sich eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Europas. Nicht nur ein schützenswerter Lebensraum für viele seltene Tiere, sondern zugleich eine Region, in der viele Hunderttausende Menschen in den Ferien oder manchmal auch im Ruhestand Ruhe und Erholung suchen. Auf der Fahrt in den Süden sind zu Zeiten des "Eisernen Vorhangs" viele Berliner im Bayerischen Wald hängen geblieben. Manche sind über Jahrzehnte immer wieder an das selbe Fleckchen gefahren. Im Winter locken schneesichere, nicht enden wollende Loipen den Langläufer und Winterwanderer. Im Sommer kommt die ganze Familie zu ihrem Recht: Hier kann man Wanderungen für Jung und Alt unternehmen, seltene Tiere wie den Luchs im Nationalpark bewundern, Kajakfahren oder Radeln, wunderschöne Kirchen anschauen oder miterleben, wie kostbares Glas hergestellt wird.

Selbstverständlich warten auch anderswo im Kirchenkreis Sehenswürdigkeiten auf den kundigen Betrachter. Die Dome in Regensburg und Passau, Klöster wie Metten oder Niederaltaich, Naturwunder wie der Donaudurchbruch bei Kelheim, liebevoll gestaltete alte Städte wie Amberg, Weiden, Straubing, Vohburg oder Landshut, aber auch die Walhalla bei Regensburg laden zum Besuch ein.

Wasser, Wald, Wirtschaft

Gehen Sie auf Entdeckungsreise in der Region unseres Kirchenkreises. Sie werden überrascht sein, wie vielfältig und modern eine Region geworden ist, in der die Menschen einstmals aufgrund kärglicher Verhältnisse hart um das Überleben ihrer Familien kämpfen mussten.

Martin Schulte