Regionalbischof für sorgfältigen Umgang mit Kirchenasyl

Regensburg. Der evangelische Regionalbischof im Kirchenkreis Regensburg, Dr. Hans-Martin Weiss (57), kritisiert eine manchmal voreilige Bereitschaft, das Instrument des Kirchenasyls in Anspruch zu nehmen. Die wertvolle Möglichkeit, in einer Kirche Asyl zu erbitten oder zu gewähren, sollte im Rahmen unseres Rechts­staates eher die Ausnahme bleiben. Gerade auf der Basis konstruktiver Kooperation mit staatlichen Stellen könne es dann in der Regel leichter gelingen, dass hilfreiche Spielräume genutzt werden. Es gebe einzelne Fälle, in denen Kirchenasyl sinnvoll zum Einsatz komme.

Der Regensburger Regionalbischof äußerte sich im Rahmen eines Treffens zwischen den Migrationsbeauftragten seines Kirchenkreises und den zuständigen Beauftragten für Migration des entsprechenden Gebietes, angeführt von Jens Herwig, dem Regionalkoordinator Integration vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Die Runde war sich einig darüber, dass insbesondere die Integration von sogenannten Spätaussiedlern aus Russland eine bleibende Herausforderung darstelle. Integrationsarbeit könne nur gelingen, wenn Offenheit dafür sowohl auf Seiten von Eingewanderten als auch auf Seiten der Gesellschaft im Sinne einer Willkommenskultur bestehe.

Im Übrigen freue man sich über viel Bereitschaft zu hilfreichem Engagement in den Kirchengemeinden, doch müsse immer wieder deutlich sein, dass meist nicht ohne entsprechendes Sachwissen agiert werden könne. Die Runde will sich künftig einmal jährlich zusammensetzen, um die Zusammenarbeit zwischen den kirchlichen und den regionalen Beauftragten für Migration und Flüchtlingsarbeit zu stärken.

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